Der große Influencer Gangbang #scheiß


Heute sprachen wir mit einem jungen Mann, der customized Neonröhren herstellt und annahm, wir wären ein Tattoostudio. Sowas passiert ja häufiger.

Er erhoffte sich den Verkauf eines seiner Produkte – Neonlicht und Tattoostyle passen auf jeden Fall zusammen – so weit, so gut.

Mit unserem Anruf wollten wir den Leuten von Sygns – so heißt die Neonlichterei – nur sagen, dass wir kein Studio sein, sondern ein Blog, sie könnten uns gerne Material schicken, wir würden ihre Idee und vor allem ihre Preise cool finden und gerne darüber berichten, denn: Neonlicht und Tattoostyle passen auf jeden Fall zusammen.

Jasper – der besagte junge Kerl – von signs fragte dann so seltsam nach unserer Reichweite und den Klickzahlen. Und ich dachte mir dann: wow, der ist ja wählerisch. Doch weit gefehlt, so war es gar nicht. Jasper dachte, wir wären so influencermässig unterwegs und wollten für einen Artikel ein cooles Neonteil abgreifen.

Wir haben uns dann noch eine Weile über modernes Marketing im Web unterhalten. Über Influencer, über deren Blogs und deren Channel, über Klickzahlen, Revenues und Convertions.

Dazu muss ich ja mal erklären, wie wir das beim Tattoo Guide so machen.

Es gibt ja sehr viele verschiedene Menschen im Web. Und mit diesen vielen verschiedenen Menschen gehen auch viele Moralbegriffe einher. Es gibt Leute, die finde es annehmbar Kleingeld in der Kirche aus dem Opferstock zu klauen. Andere leben gut davon alte Omas am Telefon zu beschupsen oder Nashörner zu schießen, um Ihre Hörner nach China zu verticken.

Und dann gibt es, die Dagi Bees, die Bibis, die von der Verunsicherung beginnpubertierender Teenagermädchen leben und Ihnen mit grell gut gelaunten Clips auf Youtube gegen Geld sagen, welches Produkte sie bei ihren Freunden gut dastehen lässt. Andere lassen sich ganz spontan auf Instagram in ihrem neuen Klamotten ablichten, die Fußballstars und die Lisas und die Lenas, so ganz verrückte sind das ja. Mit ihren verrückten Smartfones und Drinks und so schicken Möbeln. Alles ist so ganz natürlich

Das finden wir beim Tattoo Guide…sagen wir mal …… mindermoralisch.

Und daraus folgt: wir stellen beim Tattoo Guide ab und an Produkte, Tätowierer, Bücher und sonst was vor, aber wir haben noch nie dafür Geld genommen oder sind sonst irgendwie belohnt worden. Wir machen das ganz freiwillig. Kein Kitsch, kein Influencerscheiß, wir machen das einfach so. Und so wird das auch bleiben. (ok, es gibt natürlich auch Summen, bei denen wir schwach werden würden…..). Und wenn wir mal Geld bekommen, dann steht da auch deutlich Werbung.

Keine Artikel gegen Geld und wir verkaufen auch keine Adressen (und da nach werden wir jede Woche gefragt)!

Natürlich werden wir nie die Reichweite haben, würden wir kleine Mädchen bescheissen, aber das ist dann auch ok.

Ach so, wenn Ihr tatsächlich ein wenig Neon in eurem Studio oder eurer Hütte bracht: Die Sachen von sygns finden wir verdammt lässig.

 

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